FRAUEN IM HALBSCHATTEN - WARUM VERSTECKEN WIR UNS EIGENTLICH?

DIE MACHT DER GLAUBENSSÄTZE

Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. Der wird im Mondschein ungestört der Furcht, die Nacht entdecken. Carlos Karges

DER SICHERE HALBSCHATTEN DES LEBENS FÜR FRAUEN, DIE SICH VERSTECKEN MÖCHTEN...

Ich bin in meinem Leben umgeben von vielen tollen, talentierten Frauen. Fast alle haben sie einen gemeinsamen wunden Punkt: Gedanken der Unvollkommenheit. Dabei sind wir gesegnet mit einer ganzen Palette an Kompetenzen, Schätzen und Begabungen. Wir verfügen über eine feine Intuition, sind die Queens im Multitasking und unser Wesen strebt nach Harmonie. Eigentlich doch die perfekte Vorlage um fair zu führen und Verantwortung zu übernehmen. Eigentlich Grund genug, um uns mutig im Scheinwerferlicht unserer Lebensbühne zu präsentieren. Ja, eigentlich ... Die oft genutzten Hätte-würde-könnte-Sätze und Eigentlich-müsste-ich-aber-geht-nicht-weil- Ausreden sorgen bei vielen von uns dafür, dass wir unser Leben im schummrigen Halbschatten verbringen. Doch das Sehnen nach Authentizität und kreativem Ausdruck schlummert in uns allen. Leise und beharrlich klopft es an unserer Tür. Wovor haben wir so eine Angst, dass wir uns entscheiden, lieber Zaungast unseres eigenen Lebens zu bleiben?

Die Macht der Glaubenssätze - Das Hätte-würde-könnte- Syndrom der westlichen Welt...

Glaubenssätze sind die Farben, durch die wir die Welt betrachten. Sie sind unsere stetigen Wegbegleiter und bestimmen den Großteil unserer Realität. Ab dem Moment, wo wir das Licht der Welt erblicken, werden sie uns antrainiert. Ich nenne sie auch das Hätte-würde-könnte-Syndrom der westlichen Welt. Denn die meisten Ängste und Sorgen, die man uns predigt, haben nichts mit der tatsächlichen Realität zu tun. Sie spielen in möglichen Zukunftskonstrukten oder vorwurfsvollen Erinnerungen an die Vergangenheit. Die Spannungen mit denen viele von uns in der Kindheit und Ju- gend im Kindergarten, der Schule und zuhause konfrontiert wurden, sind nicht zu unterschätzen. Vielen von uns wurde jeglicher Freiraum für kreativen Ausdruck und Individualität mit Hätte-würde-könnte-Tiraden und Ermahnungen ausgeredet. Selbstverständlich gefärbt durch die aktuelle Wettervorhersage, dem Maß der medialen Reizüberflutung, der Qualität des mor- gendlichen Spiegeleis, den Lottoergebnissen und dem Stand der Sterne. 

Ja, in vielerlei Hinsicht wurden die sorgenvollen Einwände unserer Vorbilder unbewusst und nicht wirklich liebevoll vermittelt. Das Ergebnis: Kinder lernen wahnsinnig schnell. Was macht ein Kind, dem suggeriert wird, es sei nicht richtig, es sei zu laut, zu bunt, zu auffällig, es verhielte sich unangebracht und peinlich? Es macht sich in seinen Bedürfnissen, Wünschen und Werten unsichtbar, wenn es die Gunst der Großen behalten möchte. Es verkriecht sich in den sicheren Halbschatten des Lebens. Somit ist es doch nicht weiter verwunderlich, dass viele von uns schnell lernen, sich zu verstecken, oder?

VON DER RAUPE ZUM SCHMETTERLING

Wenn ich mich in Deutschland so umschaue, sehe ich, dass diese Art der Erziehung gut gegriffen hat. Der gute Deutsche funktioniert bis ans bittere Ende. Warum? Weil man das so macht. Punkt. Der durchschnittliche Deutsche muss erst das zweite Burn- out hinter sich bringen, um zu registrieren, dass das ständige Funktionieren und Kontrollieren müssen einen mit größter Wahrscheinlichkeit zügiger in das schon reservierte und abbezahlte Grab befördert. So tief sitzt das vorgelebte Du-hast-zu funktionieren-Mantra unserer Erzieher und Vorbilder. Das Resultat im Erwachsenenalter: Das Hätte-würde-könnte-Syndrom in unserem Kopf, die Endlos- spirale aus Angst, Verwirrung und Chaos in unseren Gedanken.

Fangen wir doch jetzt gemeinsam ein Umdenken an! Ist es nicht an der Zeit, dass wir uns von der Raupe zum Schmetterling entwickeln, unsere Flügel ausbreiten und zu fliegen beginnen? Ich finde schon! Denn das Leben ist zu kurz, um es nicht auszuschöpfen ... 

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